/ Wissenswert / Historische Heilpflanzen-Steckbriefe

Beifuß, einjähriger, Artemisia annua

In Europa und Asien beheimatet, wurde der Einjährige Beifuß „Qing Hao“黄花蒿 in der Chinesischen Medizin erstmals im 1. Jh. n. Chr. als wichtigstes Mittel gegen schwere Infektionen im Arzneibuch „Shen-nung Pan-ts’ao-ching“ erwähnt. Im 4. Jahrhundert wurde von Ge Hong auf die Wirkung gegen Malaria hingewiesen. Darüber hinaus war der Einjährige Beifuß bekannt als Antibiotikum gegen Keime jeder Art, als fiebersenkendes Mittel, Antiseptikum zur Desinfektion von Wunden, bei Erkältungen, Nasenbluten, Gelenkschmerzen, Abszessen, Hämorrhoiden, als Entwurmungsmittel, bei Durchfall, zur Stärkung des Immunsystems und gegen gut- und bösartige Tumore. Der intensive Duft der Pflanze wurde auch zur Eindämmung von Gerüchen, die von Verstorbenen auf Friedhöfen ausgehen, und zur Vertreibung von Insekten eingesetzt. Interessanterweise wurden in der Traditionellen Chinesischen Medizin auch zwei weitere Beifuß (Artemisia)-Arten erfolgreich zur Malaria-Therapie rezeptiert: Artemisia apiacea und Artemisia lancea, die kein Artemisinin enthalten.

In Europa wächst der einjährige Beifuß wild in Deutschland an den Ufern der Elbe, aber auch in Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, auf dem Balkan bis in Griechenland. Er trägt botanisch den Namen der griechischen Göttin der Jagd, des Waldes und des Mondes, der Beschützerin der Kinder und Frauen: Artemis. Nach Homer hatte Artemis Gewalt über Tod und Leben und gehörte zu den Unheil abwendenden und Segen spendenden Gottheiten. Sie wurde als die Geburt befördernde Göttin und Schutzpatronin der Hebammen verehrt. Bei den Lydiern und Phrygiern galt sie als befruchtende und alles ernährende Kraft der Natur. Der Artemis-Tempel in Ephesus war eines der Sieben Weltwunder der damaligen Zeit. „Artemes“ bedeutete „heil und gesund“.
In der englischen Kräuterheilkunde heißt der Einjährige Beifuß „annual wormwood“, „sweet annie“ oder „sweet wormwood“, was auf seine Verwendung als Entwurmungsmittel neben seiner ausgeprägten antiinfektiösen, Zell-protektiven und Zell-regenerierenden Fähigkeit hinweist. Verwandt ist er mit dem einfachen Beifuß und dem Wermut, welche einige ähnliche Wirkqualitäten aufweisen.

2015 wurde im Rahmen der Erforschung der Anti-Malaria-Wirksamkeit der Pflanze dem chinesischen Forscherteam um Dr. Tu der Medizin-Nobelpreis verliehen.

Wichtigste Inhaltsstoffe

Sesquiterpenlactone: Artemisinin, Arteannuin B, Arteannuinsäure
Methoxylierte Flavonoide Artemetin, Chrysosplenetin, Eupatorin
Sesquiterpene: β-Caryophyllen, Germacren D, β-Cadinen und Nootkaton
Ätherische Öle: Artemisiaketon, α- und β-Pinen, Camphen, Myrcen, Sabinen
Mineralien: Zink, Selen
Bitterstoffe

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Beifuß, einjähriger, Artemisia annua

In Europa und Asien beheimatet, wurde der Einjährige Beifuß „Qing Hao“黄花蒿 in der Chinesischen Medizin erstmals im 1. Jh. n. Chr. als wichtigstes Mittel gegen schwere Infektionen im Arzneibuch „Shen-nung Pan-ts’ao-ching“ erwähnt. Im 4. Jahrhundert wurde von Ge Hong auf die Wirkung gegen Malaria hingewiesen. Darüber hinaus war der Einjährige Beifuß bekannt als Antibiotikum gegen Keime jeder Art, als fiebersenkendes Mittel, Antiseptikum zur Desinfektion von Wunden, bei Erkältungen, Nasenbluten, Gelenkschmerzen, Abszessen, Hämorrhoiden, als Entwurmungsmittel, bei Durchfall, zur Stärkung des Immunsystems und gegen gut- und bösartige Tumore. Der intensive Duft der Pflanze wurde auch zur Eindämmung von Gerüchen, die von Verstorbenen auf Friedhöfen ausgehen, und zur Vertreibung von Insekten eingesetzt. Interessanterweise wurden in der Traditionellen Chinesischen Medizin auch zwei weitere Beifuß (Artemisia)-Arten erfolgreich zur Malaria-Therapie rezeptiert: Artemisia apiacea und Artemisia lancea, die kein Artemisinin enthalten.

In Europa wächst der einjährige Beifuß wild in Deutschland an den Ufern der Elbe, aber auch in Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, auf dem Balkan bis in Griechenland. Er trägt botanisch den Namen der griechischen Göttin der Jagd, des Waldes und des Mondes, der Beschützerin der Kinder und Frauen: Artemis. Nach Homer hatte Artemis Gewalt über Tod und Leben und gehörte zu den Unheil abwendenden und Segen spendenden Gottheiten. Sie wurde als die Geburt befördernde Göttin und Schutzpatronin der Hebammen verehrt. Bei den Lydiern und Phrygiern galt sie als befruchtende und alles ernährende Kraft der Natur. Der Artemis-Tempel in Ephesus war eines der Sieben Weltwunder der damaligen Zeit. „Artemes“ bedeutete „heil und gesund“.
In der englischen Kräuterheilkunde heißt der Einjährige Beifuß „annual wormwood“, „sweet annie“ oder „sweet wormwood“, was auf seine Verwendung als Entwurmungsmittel neben seiner ausgeprägten antiinfektiösen, Zell-protektiven und Zell-regenerierenden Fähigkeit hinweist. Verwandt ist er mit dem einfachen Beifuß und dem Wermut, welche einige ähnliche Wirkqualitäten aufweisen.

2015 wurde im Rahmen der Erforschung der Anti-Malaria-Wirksamkeit der Pflanze dem chinesischen Forscherteam um Dr. Tu der Medizin-Nobelpreis verliehen.

Wichtigste Inhaltsstoffe

Sesquiterpenlactone: Artemisinin, Arteannuin B, Arteannuinsäure
Methoxylierte Flavonoide Artemetin, Chrysosplenetin, Eupatorin
Sesquiterpene: β-Caryophyllen, Germacren D, β-Cadinen und Nootkaton
Ätherische Öle: Artemisiaketon, α- und β-Pinen, Camphen, Myrcen, Sabinen
Mineralien: Zink, Selen
Bitterstoffe