/ Wissenswert / Historische Heilpflanzen-Steckbriefe

Brennnessel, Urtica dioica

Im alten Indien hielt man die Brennnessel für ein Symbol von Vasuki, dem König der Schlangen, und verwendete sie gegen Fieber, Nierenleiden und zur Blutstillung. Auch in der Traditionellen Arabischen Medizin wurde sie geschätzt. Sie galt als eines der heiligsten Arznei-Kräuter der Kelten.

In der Antike nutzten die alten Griechen die Brennnessel als Heilkraut gegen Arthritis zur äußeren und inneren Anwendung. Die Urtikation, die topische Anwendung von Brennnesseln, auch bekannt als „Peitschenhiebe mit Brennnesseln“, war eine Technik, bei der der Anwender absichtlich eine Brennnessel auf den Körper auftrug, um eine Entzündung zur Behandlung von chronischem Rheuma zu erzeugen. Hippokrates verwendete das Kraut als harntreibendes Mittel um die Körpersäfte in Harmonie zu bringen.

Sie wurde vor allem von den Benediktinermönchen und Benediktinernonnen in ihren Klostergärten angebaut. „Die Brennnesssel ist in ihrer Art sehr warm. In keiner Weise nützt es, dass sie roh gegessen wird, wegen ihrer Rauheit. Aber wenn sie frisch aus der Erde sprießt, ist sie gekocht nützlich für die Speisen des Menschen, weil sie den Magen reinigt und den Schleim aus ihm wegnimmt. Und dies macht jede Art der Brennnessel.“ beschrieb sie Hildegard von Bingen in ihrer Heilkunde „Physica“ und Arzneikunde „Causae et Curae“.

Von den Ärzten des Mittelalters wurde sie geschätzt. Hieronymus Bock erwähnte die Brennnessel in seinem „Kreutterbuch“ an erster Stelle und beschreibt die Blätter der Brennnessel als erweichendes, wind- und harntreibendes, grimmenstillendes, aphrodisiakisches, wundheilendes Mittel. Dioskurides empfiehlt sie bei krebsartigen Geschwüren, Verrenkungen, brandigen Wunden, Furunkeln, Geschwülsten, Drüsenanschwellungen, Nasenbluten, Milzerkrankungen, Brustfell- und Lungenentzündung, Asthma, Hautgrind, Mundkrankheiten und Hundebissen. Plinius hebt ihre blutstillende Wirkung hervor. Matthiolus beschrieb sie als hilfreich bei Seitenstechen, übermäßiger Monatsblutung, Nierensteinen, Nierengriess und fressenden Geschwüren.

Wichtigste Inhaltsstoffe

Proteine (32 %)
Vitamine: Vitamin A 7,6 mg pro 100 g (382 % des Tagesbedarfs), Vitamin C 847 mg pro 100 g (848% des Tagesbedarfs), B-Vitamine, Carotinoide
Mineralstoffe (20%): Kieselsäure SiO2 4,8%, Calcium 4,1 mg (409 % des Tagesbedarfs), Eisen 22 mg (178 % des Tagesbedarfs), Kaliumsalze
Flavonoide (1-2%): Astragalin, Rutin, Quercetin-, Kämpferolglykoside, Beta-Sitosterol
Organische Säuren: Äpfelsäure, Allantoinsäure, Ameisensäure, Bernsteinsäure, Buttersäure, Chinasäure, Citronensäure, p-Cumarsäure, Essigsäure, Kaffeoyläpfelsäure
Amine: Acetylcholin, Histamin, Serotonin = 5-Hydroxy-tryptamin, Leukotriene, Cholin
Steroide: β-Sitosterol, β-Sitosterol-3-0-β-D-glucosid
Ätherische Öle; Acetophenon, Methylheptenon
Cumarin: Scopoletin
Triterpen: Oleanolsäure
Lignane: z.B. 3,4-Divanillyltetrahydrofuran

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Brennnessel, Urtica dioica

Im alten Indien hielt man die Brennnessel für ein Symbol von Vasuki, dem König der Schlangen, und verwendete sie gegen Fieber, Nierenleiden und zur Blutstillung. Auch in der Traditionellen Arabischen Medizin wurde sie geschätzt. Sie galt als eines der heiligsten Arznei-Kräuter der Kelten.

In der Antike nutzten die alten Griechen die Brennnessel als Heilkraut gegen Arthritis zur äußeren und inneren Anwendung. Die Urtikation, die topische Anwendung von Brennnesseln, auch bekannt als „Peitschenhiebe mit Brennnesseln“, war eine Technik, bei der der Anwender absichtlich eine Brennnessel auf den Körper auftrug, um eine Entzündung zur Behandlung von chronischem Rheuma zu erzeugen. Hippokrates verwendete das Kraut als harntreibendes Mittel um die Körpersäfte in Harmonie zu bringen.

Aus Sicht des Lehrbuches der „Abhandlung über fieberhafte Erkrankungen“ der traditionellen chinesischen Medizin vor 2000 Jahren half Beifuß gegen Parasiten, tiefsitzende Infektionen wie Malaria, Gelenkschmerzen, Tumore und zur Stärkung der Abwehrkräfte.

In der Antike wurde Beifuß von vielen Ärzten und Kräuterkundigen wie Dioskurides, Galen, Hippokrates und Plinius, als Stärkungsmittel, zur Behandlung von Seuchen, Eiterungen, Unruhe, Depression, Anfällen, als Frauenheilmittel, bei Verdauungs¬stör¬un¬gen und als Wurmmittel gegen diverse Darmparasiten empfohlen.

Im Altertum und Mittelalter, insbesondere im Lorscher Arzneibuch der Klosterheilkunde des 8. Jh., als „Mutter aller Kräuter“ bezeichnet, galt der Beifuß als Hauptmittel zur Behandlung von Frauenkrankheiten und wurde vor allem bei schmerz¬hafter oder unregelmäßiger Monatsblutung und zur Unterstützung bei Geburten verwendet, weil er wehenfördernd wirke und die Geburt erleichtere. Zudem sollte man das Zimmer, in dem Frau und Kind schliefen, mit Beifuß ausräuchern. Als so genanntes Periodenkraut durfte es nicht in den ersten Wochen einer Schwangerschaft eingenommen werden.

Sie wurde vor allem von den Benediktinermönchen und Benediktinernonnen in ihren Klostergärten angebaut. „Die Brennnesssel ist in ihrer Art sehr warm. In keiner Weise nützt es, dass sie roh gegessen wird, wegen ihrer Rauheit. Aber wenn sie frisch aus der Erde sprießt, ist sie gekocht nützlich für die Speisen des Menschen, weil sie den Magen reinigt und den Schleim aus ihm wegnimmt. Und dies macht jede Art der Brennnessel.“ beschrieb sie Hildegard von Bingen in ihrer Heilkunde „Physica“ und Arzneikunde „Causae et Curae“.

Von den Ärzten des Mittelalters wurde sie geschätzt. Hieronymus Bock erwähnte die Brennnessel in seinem „Kreutterbuch“ an erster Stelle und beschreibt die Blätter der Brennnessel als erweichendes, wind- und harntreibendes, grimmenstillendes, aphrodisiakisches, wundheilendes Mittel. Dioskurides empfiehlt sie bei krebsartigen Geschwüren, Verrenkungen, brandigen Wunden, Furunkeln, Geschwülsten, Drüsenanschwellungen, Nasenbluten, Milzerkrankungen, Brustfell- und Lungenentzündung, Asthma, Hautgrind, Mundkrankheiten und Hundebissen. Plinius hebt ihre blutstillende Wirkung hervor. Matthiolus beschrieb sie als hilfreich bei Seitenstechen, übermäßiger Monatsblutung, Nierensteinen, Nierengriess und fressenden Geschwüren.

Wichtigste Inhaltsstoffe

Proteine (32 %)
Vitamine: Vitamin A 7,6 mg pro 100 g (382 % des Tagesbedarfs), Vitamin C 847 mg pro 100 g (848% des Tagesbedarfs), B-Vitamine, Carotinoide
Mineralstoffe (20%): Kieselsäure SiO2 4,8%, Calcium 4,1 mg (409 % des Tagesbedarfs), Eisen 22 mg (178 % des Tagesbedarfs), Kaliumsalze
Flavonoide (1-2%): Astragalin, Rutin, Quercetin-, Kämpferolglykoside, Beta-Sitosterol
Organische Säuren: Äpfelsäure, Allantoinsäure, Ameisensäure, Bernsteinsäure, Buttersäure, Chinasäure, Citronensäure, p-Cumarsäure, Essigsäure, Kaffeoyläpfelsäure
Amine: Acetylcholin, Histamin, Serotonin = 5-Hydroxy-tryptamin, Leukotriene, Cholin
Steroide: β-Sitosterol, β-Sitosterol-3-0-β-D-glucosid
Ätherische Öle; Acetophenon, Methylheptenon
Cumarin: Scopoletin
Triterpen: Oleanolsäure
Lignane: z.B. 3,4-Divanillyltetrahydrofuran